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im norden am khuvusgul nuur geht unsere reise für 4 tage auf dem rücken von pferden weiter. statt der gewohnten 131 ps heisst es nun ein ps pro person. die auszeit ist ein hochzeitsgeschenk unserer lieben freunde. 4 tage schaukeln wir auf den pferden durch die schöne landschaft des khuvusgul nuur. der see ist stahlblau, extrem klar und super erfrischend. offenbar ist er eine hauptattraktion in der mongolei. kein wunder, haben sich am westufer zahlreiche gercamps angesiedelt und ziehen jährlich tausende einheimische und ausländische  touristen an. an der ostseite vom see gibt es jedoch bereits nach wenigen kilometern kaum noch spuren vom tourismus. die gewohnte mongolische ruhe umgibt einen sofort, einzig der wind ist mal hörbar wenn er durch die lärchenwälder streift oder die brandung des sees anfacht. auf unserer tour werden wir vom einheimischen pferdeflüsterer doorch begleitet. leider beschränken sich seine englischkenntnisse auf „horse, tea, tent, cow“, da unser mongolisches repetoire ähnlich gross ist, ist die kommunikation eine herausforderung. weiterreichende informationen über unseren guide, sein leben und sein land können wir von ihm direkt leider nicht erhalten. trotzdem bekommen wir einiges vom  umgang mit der natur und den pferden mit. wir werden eingespannt beim aufbinden vom gepäck und bemerken sofort wie sensibel die pferde insbesondere auf geräusche reagieren können. das öffnen eines reissverschlusses während dem reiten ist quasi nicht möglich. am dritten tag scheint das lastpferd leicht unruhig. nach kurzer zeit ist klar was los ist. der esslöffel in der alupfanne war nicht so fest wie sonst verpackt und machte für uns nicht hörbare geräusche. für uns ist es äusserst eindrücklich wie doorch unterwegs ist und wie er mit seinen pferden arbeitet. das meiste passiert nur über körpersprache, er gibt kaum befehle und nur selten laute, ein richtiger pferdeflüsterer eben.

 

 

 

NOMADS vs. GLAMPERS:

wir schweizer touris gehen natürlich mit reichlich equipement und proviant auf die pferdetour. man will auch hier auf keinen luxus verzichten. so kommt beachtliches gepäck zusammen; zwei rücksäcke, ein seesack und eine grosse reisetasche. das lastpferd will ja schliesslich etwas zu tun haben. als kontrast dazu kommt unser guide mit zwei kleinen ledertaschen daher. eine, ist gefülllt mit seilen für die pferde. die andere enthält sein proviant ein beil und zeltheringe. als zelt dient ihm eine blache; die zeltstangen werden vor ort zurecht geholzt. sein proviantsack enthält 2 schalen und eine pfanne, etwas teepulver ( ein erdiges kraut), yakbutter, yakfleisch und nudeln. that’s it. gekocht wird d über dem feuer, wasser gibt es vom see nebenan. die yak-nudelsuppe dient als abendessen und frühstück zugleich. wir daneben fahren auf mit allem was die lokalen supermärkte so hergegeben haben: bier, deutsche wienerli, pasta, thon, reis, schokolade, güezi; die liste ist schier endlos. es scheint als wären wir hier zu richtigen GLAMPERN verkommen. . .

 

 

C’s highligts:

wichtigstes mongolisches kleidungsstrück ist der wünderschöne und elegante mantel, der sogenannte deel. der ist multifunktional einsetzbar; er dient als windschutz beim feuermachen, decke in der nacht, schutzkleidung auf dem motorrad und als praktischer sichtschutz beim pinkeln. geschmückt ist der deel mit einem schleifenartigen gurt. darunter trägt man ganz normale „westliche“ kleidung, nicht anders als bei uns.

schlange stehen im supermarkt wie zu zeiten von dschingis khan – hier herrscht ganz klar das gesetz des stärkeren

tour durch die dünen des erg bor khyar und die lebensfeindlichen bedingungen vor ort erkundet. dieses gelände ist durchaus gangbar für kamele und deren reiter, wir kommen mit dem auto nur langsam voran und müssen fast alle passaagen zu fuss erkunden da technisch eher schwieriges gelände. am ende vom tag resultiert ein platter reifen und total sechs gebrochene lagen der blattfedern. . . (bravo G!)

die tierherden werden nicht nur zu pferd getrieben sondern meistens hupend auf dem töffli, ein unverwechselbarer klang in der mongolischen steppe

das mobile zuhause der nomaden ist eine architektonische meisterleistung. ausgetüftelt das belüftungssystem/ klimaregulation: bei heissen temperaturen bleibt es schön kühl, wenn es kalt wird hält der ofen warm. die decke der jurte ist mittels seil leicht zu öffnen und schliessen. drinnen ist eine einfache aber heimelige einrichtung zu finden. neben betten und kommoden mit familienfotos ist der ofen das herzstück der jurte. der läuft wahrscheinlich rund um die uhr, darauf wird gekocht und die tierischen produkte weiterverarbeitet.  rundherum hängt allerlei dings an den stäben der jurte: bilder, zeichnungen, mongolische teppiche, und zwischendurch auch ein stück fett oder tierfell. aber interessanterweise ohne zu stinken. so eine jurte wär was. braucht man wirklich mehr zum leben?

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