nach unserem kurztrip durch den russischen altai auf angenehmer komfortstufe, sind wir nun wieder etwas bodenständiger unterwegs. ab und zu ertappt man sich beim rumstudieren wie schöns doch wäre, wenn das oder das und das ein bisschen hübscher oder besser oder angenehmer wäre – aber es ist wie es ist und bleibt vorläufig auch wie es ist: wirklich beeindruckend und übermächtig und alles bestimmend und beeinflussend ist die vorhandene steppenlandschaft. es gibt sie in unzähligen nuancen, meistens flach, mal bergig, mal kiesig, erdig, sandig, mit wenig gras, mit sehr wenig gras mit büschen und sträuchern und gobirosen und immer trocken, auch bei regen – es gibt canyons mit reissenden bächen und riesige, sichtbare erdfaltungen, und mehrere hundert kilometer lange wanderdünen- etwas seltener sind grüne oasen und seen und üppige grasflächen. genau da leben und überleben die mongolen und stemmen sich tagtäglich gegen die naturgewalt, mit minimalen mitteln und fast ohne technische ausrüstung. mittelpunkt des lebens ist die jurte/ger, mit dem holzofen und die enormen herden mit kamelen und pferden und yaks und schafen und ziegen – und dies, seitdem die meute ab dem 12. jh. mit dschingis-khan um die häuser zog, um sich andere landstriche unter die nägel zu reissen und dabei auch reüssierten. interessanterweise zogen sie sich nach dessen herrschaft nach und nach zu ihrem angestammten fleck land zurück – ein ort, der für nicht einheimische quasi unbewohnbar scheint – allenfalls für abenteuertouristen, höchstens für ein paar wochen, ohne anspruch auf zuvorkommende behandlung, inklusive herabsetzen von persönlichen bedürfnissen. der lohn für den, der es wagt, fällt dafür umso grosszügiger aus: frei zugängliche fragmente einer sehr alten, noch existierenden kultur, unvergleichliche und sonst unerreichte bewegungsfreiheit, unendlich schöne landschaften mit unvergesslichen ausblicken. . .
C’s higlights:
nadaam festival: volksfest à la schwingfest in der schweiz; „einziger“ unterschied: hier kommt frau in stöckelschuhen, cocktailkleid und frisch gemachter frisur, mann trägt den sonntagsanzug. sehr unterhaltsam den hübschen Familien zu zuschauen, wie sie über das erdige, unebene festivalgelände stöckeln. eindrücklich natürlich auch die ringkämpfer sowie die bogenschützen, welche eine bierdose aus 80m entfernung zu treffen vermögen. vom pferderennen haben wir leider nur die vorbereitungen zur siegerehrung mitbekommen. schön so unsere reise in der mongolei beginnen zu können und erste einblicke in die mongolische kultur zu bekommen.
stellplatz in khovd am fluss inmitten der nomaden familien, ein bisschen wie zuhause an der aare einfach mit ein paar jurten, pferden und schafen. Zu erwähnen: fliessend wasser ist in der mongolei eine rare sache. so wäscht man sich wo möglich direkt im fluss. es wird shamponiert und geseift, die kleider am eigenen leib gleich mit – und wenn das lieblingsschaf von der chefin in griffweite ist, muss auch dieses arme wollknäuel dranglauben.
vollmondparty am tolbo nuur, mit viel billigem weisswein und vodka und deep purple und lagerfeuer mit importierter russischer birke.
durch meinen persönlichen guide geführte gratwanderung im khermen tsav.
fahrt durch den khongoryn els – insbesondere der sonnenaufgang in den dünen inklusive kamelumzug und natürlich – ja, gilles – das dünenfahren wird in erinnerung bleiben.
velofahrt durch ulaan bataar nach einem gewaltigen regensturm, auch das ein abenteuer.