eins, zwei, drei! im sauseschritt – läuft die zeit; wir laufen mit. . . kurz nach dem grenzübertritt fahren wir auf perfekt asphaltierten strassen richtung ashgabat. einmal mehr sitzen wir im auto, mit offenen fenstern und offenen mäulern: dutzende hochhäuser neuklassischer architektur reihen sich aneinander; türme in blumenform wechseln sich ab mit goldenen statuen von präsidenten und deren familienmitgliedern; alles gebaut in weissem marmor, hell leuchtend am tag im sonnenlichte und in der nacht im scheine neuster led-technik; ampelanlagen, verkehrsschilder und geländer blenden den nahenden autofahrer mit ihren polierten chrom-stahl oberflächen; pärke prahlen mit wiesen so grün wie das saftigste grün einer emmentaler wiese kurz nach einem sommerregen und bäumen die in reih und glied schatten spenden und blumen die alles noch schöner machen und frauen mit figuren und in kleidern reich verziert in grün und rot und gelb und blau und alle möglichen kombinationen davon. . . Hübsch denken wir und fühlen uns eigentlich sehr wohl – wissend, dass die staatsausgaben mit dem erdölexport gedeckt werden, dass der wasserbedarf mit dem ehemaligen zufluss des aralsees gespiesen wird, und dass kantige bürger heute pfeiffend die blumen giessen oder staatsfernsehen schauen. nach dem moto „wir bezahlen so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ nörgeln wir uns über die grenze und verlassen dieses spezielle land, denkend und staunend und fragend und haddernd und schwitzend