۰۳ جمهوری اسلامی ايران

Uns ist, als wolle sich der Iran zum Abschluss noch einmal so richtig von seiner allerbesten Seite zeigen. . . Faszinierende Natur, tiefe Canyons, Oasen-Städtchen, wunderschöne Wüstenlandschaften. Und wir mitten drin.  Wenn wir dachten, wir schmelzen gleich dahin vor Hitze, kam irgendwo eine  iranische Familie daher, die uns ins rettende, klimatisierte, schöne Haus zum Essen und Schlafen einlud. Die Iraner sind Weltmeister im Gastgebertum und übertreffen sich mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Unser Auto ist mittlerweile gefüllt mit allerlei iranischen Köstlichkeiten:  Pistazien, Datteln, Tee, Caramel…. Nach 29 Tagen ist morgen Schluss und wir passieren die Grenze zu Turkmenistan, hoffentlich ohne Probleme. Wir sind gespannt was uns ennet der Grenze erwartet! Der Iran aber wird uns in bester Erinnerung bleiben, auch wenn das Reisen hier nicht immer nur leicht ist, sondern auch anstrengend sein kann, haben wir doch so viele tolle Eindrücke gesammelt, dass wir nur jedem empfehlen können, dieses Land zu entdecken. Eines ist ganz sicher: Die Iraner freuen sich schon jetzt auf euch!

Highlights:

Desert Trip inkl. Schlafen bei Mini-Oase (ein wunderschöner grüner Baum und eine kleine saftige Wiese), Besteigung der höchsten Dünen der Region (barfuss natürlich), Kebab überm Lagerfeuer, willkommene Abkühlung im Oasen-See, Dünenfahren (wenn nicht das Auto gerade ausgebuddelt werden musste) und beste Unterhaltung durch unsere Wüsten Guides Ashkan & Mehran „the outdoor couple“  :). Ein must für jeden irantrip!

Iranische Gastfreundschaft: Spannende und bereichernde „Homestays“ bei „unseren“ iranischen Familien; so herzlich und für uns sehr unterhaltsam. Fasziniert sitzen wir da und beobachten das Treiben, manchmal gleicht es einem Bienehaus. Herauszufinden wer zu wem gehört und wie verbandelt ist hält uns auf Trab. Nach 12 Stunden sind wir jeweils froh wieder in unseren eigenen 4 Wänden zu sitzen und selbst über unser Leben bestimmen zu können. Die Schweizer Gastfeinde könnten von der iranischen Gastfreundschaft noch einiges lernen.

Strassenverkehr:

Der Strassenverkehr im Iran ist ein Erlebnis für sich und ein eigenes Kapitel wert. In freier Reihenfolge unsere wichtigsten Erkenntnisse dazu.

Helmtragen ist gar nicht in.

Als Motofahrer fährt man in entgegengesetzter Richtung. Auch im Kreisverkehr. Übrigens auch als Fahrradfahrer.

Es gibt unterschideliche Arten zu hupen: freundlisches „Hello, Welcome to Iran, great car“, bestimmtes „Geh-auf-die-Seite-ich-komme“, Vorwurfsvolles „Mach-keinen-Scheiss-bring-mich-nicht-zum-Bremsen-ich-bin-ein-LKW“. Die Busse haben übrigens spezielle  Hupies, aber nicht das zurückhaltende Piepsen  der BernMobil Busse. Der Ton ist eher: „geh schleunigst aus dem Weg!“

Es ist sehr üblich Mitten auf der Strasse anzuhalten, Leute einzusammlen, rauslassen, parlieren, was auch immer. Das kann auch sehr gut sein, dass das im Kreisverkehr passiert.

Spurenlinien sind völlig unnötig und überbewertet. Da haben mindestens 2-3 Autos zusätzlich  Platz. Die Iraner mögen eine gewisse Nähe und gehen gerne auf Tauchfühlung

Es gilt „Geht-nicht gibt’s nicht“, es kommt schon gut, denken die Iraner. Wir staunen über das grosse Gottvertrauen.

Faszinieren sind auch die sogenannten „Trittbrettfahrer“; war irgendwo eine Ambulanz unterwegs, die sich durch den Verkehr gekämpft hat,  konnte man sichergehen, dass dahinter in gleich rasendem Tempo 1-2 Autos hinterher kamen; schliesslich kommt man so ja am schnellsten vorwärts.

Möglichst Durcheinander und scheinbar konzeptlos zu fahren ist Volkssport. Oder gibt es eben doch ein Konzept? Bis auf ein paar wenige „Streiffungen“ haben wir jedenfalls keine grössere Unfälle gesehen . Scheinbar funktioniert es also doch irgendwie. Einfach anders als bei uns.

Fazit –  Autofahren im Iran braucht Nerven wie Drahtseile. Wer das nicht hat, sollte es lieber sein lassen. Merci Gilles (& Cruisy), dass ihr mich Tag für Tag heil durch dieses Wirrwarr gebracht habt. Und  dass du meine Nervenzusammenbrüche auf dem Beifahrersitz ausgehaltene hast. Beim Grenzübertritt machte ich drei Kreuze an die Decke…

Hinterlasse einen Kommentar